Bis zur Umsetzung hat es lange gedauert. Fast acht Jahre vergingen von der ersten Forderung bis zur Realisierung. Zusätzlich verzögerte sich die Einweihung um rund vier Monate, weil die notwendigen Straßenmarkierungen aufgrund von Frost nicht aufgebracht werden konnten.
Aus Sicht der FDP-Fraktion ist der neue Zebrastreifen ein Schritt in die richtige Richtung – ideal umgesetzt wurde er jedoch nicht. Besonders in Hinblick auf die Schulwegsicherheit zeigt sich, dass die Wegführung für Kinder unnötig kompliziert gestaltet wurde. Statt einer geraden und übersichtlichen Querung verläuft der Schulweg von der Riemeisterstraße bis zur Zinnowaldschule in einem
Zick-Zack-Kurs, was zusätzliche Querungen vorbei an u.a. parkenden LKW, die die Läden in der Ladenstraße beliefern, nötig macht.
„Eine geradlinige Lösung hätte aus unserer Sicht für mehr Klarheit und Sicherheit gesorgt“, sagt FDP-Fraktionsmitglied Katharina Concu. Aus Sicht des zuständigen Stadtrats Urban Aykal sei dies aufgrund von zwei Straßenbäumen jedoch nicht möglich gewesen. Aus Concus Sicht zeigt sich an dieser Stelle ein grundsätzlicher Zielkonflikt: „Bei Infrastrukturmaßnahmen müssen unterschiedliche Interessen sorgfältig abgewogen werden. Für uns Freie Demokraten gilt dabei ein klarer Maßstab: Sicherheit und Übersichtlichkeit im Straßenverkehr haben oberste Priorität – insbesondere dort, wo Kinder unterwegs sind.“
Ein zusätzliches Problem zeigt sich nach wenigen Tagen der Einweihung im Alltag: Viele Kinder überqueren den Zebrastreifen mit dem Fahrrad, ohne abzusteigen. Das ist einerseits rechtlich nicht vorgesehen und kann zudem zu gefährlichen Situationen führen. Eine Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 30 soll aus Sicht des Stadtrats auf die gesamte Riemeisterstraße ausgeweitet werden, um mehr Sicherheit zu bieten. Gleichzeitig handelt es sich um eine wichtige Verbindungsstraße nach Zehlendorf-Mitte, auf der auch Busse der BVG verkehren. Aus Sicht der FDP wäre hier eine einfache, pragmatische Lösung sinnvoll: Ein gut sichtbares Zusatzschild mit dem Hinweis „Radfahrer bitte absteigen“ könnte für mehr Klarheit sorgen und die Sicherheit unmittelbar verbessern. Denn Verkehrssicherheit entsteht nicht allein durch Tempolimits, sondern vor allem durch verständliche Infrastruktur und das verantwortungsbewusste Verhalten aller Beteiligten. Hier sollten insbesondere auch Eltern ihre Kinder mehr sensibilisieren.
Zusammenfassend sagt Concu: "Der neue Zebrastreifen ist ein wichtiger Fortschritt für die Schulwegsicherheit. Gleichzeitig zeigt das Beispiel an der Riemeisterstraße, dass gute Verkehrspolitik eine vorausschauende Planung erfordert, die klare Prioritäten setzt. Als FDP setzen wir uns weiterhin dafür ein, dass Verkehrssicherheit konsequent verbessert wird – pragmatisch, verantwortungsvoll und mit Augenmaß."