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Eichenprozessionsspinner: Nur Reaktion statt Prävention

Die Fraktion der Freien Demokraten in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Steglitz-Zehlendorf hat sich nach der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners erkundigt. Die Beantwortung der Kleinen Anfrage zeigt deutlich: Das Bezirksamt agiert im Umgang mit dem Eichenprozessionsspinner überwiegend reaktiv und lagebezogen – nicht strategisch und vorausschauend.
Steglitz-Zehlendorf verfügt nach Charlottenburg-Wilmersdorf über die meisten Eichen. Im Jahr 2025 waren in Steglitz-Zehlendorf 960 Bäume befallen. Für 2026 ist ein ähnlich starker Befall zu erwarten. Die zentralen Maßnahmen des Amtes bestanden darin, befallene Bäume zu kennzeichnen, Bereiche abzusperren und Nester mechanisch zu entfernen. Die FDP-Fraktionsvorsitzende Mathia Specht-Habbel erklärt dazu: „Diese Maßnahmen sind notwendig, greifen jedoch erst dann, wenn der Befall bereits vorhanden ist.“

Das Bezirksamt verweist in seiner Antwort auf einen regelmäßigen fachlichen Austausch mit dem Pflanzenschutzamt sowie auf Informationsangebote und Warnmeldungen. Verträge mit Fachfirmen zur Entfernung von Nestern werden nach Maßgabe der vorhandenen Haushaltsmittel geschlossen. Eine systematische, langfristige Präventionsstrategie wird hingegen nicht genannt.

Auch beim Schutz von Kindern in Kitas und Schulen setzt der Bezirk bislang vor allem auf Informationen über Internetseiten und Verweise auf andere Behörden. Konkrete präventive Maßnahmen vor Ort werden nicht erwähnt. Gleiches gilt für die Information an Hundebesitzer, die sich im Wesentlichen auf Hinweise auf Warnschildern beschränkt, Haustiere anzuleinen. Im vergangenen Jahr mussten auch mehrere Spielplätze kurzfristig gesperrt werden. Eine längerfristige oder flächendeckende Vorsorge ist laut Bezirksamt nicht erfolgt.

„Gerade angesichts der zunehmenden Verbreitung des Eichenprozessionsspinners und der gesundheitlichen Risiken für Kinder, ältere Menschen und Haustiere braucht es mehr als reaktive Maßnahmen. Notwendig sind frühzeitige Prävention, klare Prioritäten bei der Bekämpfung und eine verlässliche Ausstattung der zuständigen Stellen mit den erforderlichen Ressourcen“, sagt Mathia Specht-Habbel.

Zum Hintergrund: Der Eichenprozessionsspinner breitet sich besonders in trocken-warmen Regionen aus und befällt neben Wäldern auch Eichen an Straßen, auf Spielplätzen und in Grünflächen. Bei den Raupen handelt es sich nicht nur um einen Baumschädling. Ihre feinen, giftigen Brennhaare können bei Menschen schmerzhafte Hautentzündungen, Augenreizungen, Atembeschwerden und in seltenen Fällen schwere allergische Reaktionen auslösen. Deshalb sollten befallene Bereiche gemieden, Raupen und Nester nicht berührt und bei Kontakt sofort gründliche Reinigungsmaßnahmen ergriffen werden: Schnellstmöglich Kleidung ablegen und sofort den gesamten Körper abduschen, um alle Brennhaare zu entfernen; betroffene Hautstellen sind am besten mit einem Haarfön zu trocknen. Bei Kontakt mit den Augen, die Augen gut mit sauberem Wasser ausspülen. Die komplette Kleidung sofort in der Waschmaschine waschen. Betroffene Haustiere, genutzte Kraftfahrzeuge etc. sollten in die Reinigungsmaßnahmen ebenfalls einbezogen werden.

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