Für die FDP-Fraktion ist klar: Langwierige Planungsverfahren helfen niemandem. Sie verzögern dringend benötigten Wohnungsbau, binden personelle Ressourcen und schaffen Unsicherheit für Anwohner, Investoren und den Bezirk gleichermaßen.
„Die Entscheidungsfreudigkeit hat in den letzten Jahren abgenommen, niemand will einen Fehler machen, deshalb wird vieles auf die lange Bank geschoben. Noch ein neues Gesetz muss bedacht, noch höhere Standards erfüllt werden. Keine Entscheidung zu treffen kann der große Fehler sein, denn seine Beseitigung kostet dann oft mehr als zuvor vorgesehen“, erklärt die FDP-Fraktionsvorsitzende Mathia Specht-Habbel.
Auffällig ist zudem, dass sich der Großteil der noch laufenden Bebauungsplanverfahren im Ortsteil Steglitz befindet. Bereits heute leben rund zwei Drittel der Einwohnerinnen und Einwohner des Bezirks auf nur etwa einem Drittel der Fläche. Gleichzeitig stoßen Schulen, Sportvereine und andere öffentliche Einrichtungen vielerorts an ihre Kapazitätsgrenzen.
„Wohnungsbau darf nicht isoliert betrachtet werden. Wo neue Quartiere entstehen, muss auch die notwendige Infrastruktur mitwachsen“, so Specht-Habbel. „Eine immer weitere Verdichtung einzelner Ortsteile löst die Herausforderungen unseres Bezirks nicht dauerhaft.“
Aus Sicht der Freien Demokraten braucht Steglitz-Zehlendorf deshalb eine ausgewogene Entwicklung des gesamten Bezirks. Während in Steglitz viele Flächen bereits stark verdichtet sind, bestehen in anderen Bereichen bessere Voraussetzungen für eine verträgliche Entwicklung – immer unter Berücksichtigung der jeweiligen Infrastruktur und der Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner.
Dass das Bezirksamt selbst auf fehlende personelle und finanzielle Ressourcen sowie auf komplizierte Abstimmungsprozesse verweist, bestätigt aus Sicht der FDP-Fraktion den bestehenden Handlungsbedarf. Planungsverfahren müssen einfacher, digitaler und schneller werden. Wer jahrelang Machbarkeitsstudien erstellt, ohne anschließend bauen zu können, verschwendet wertvolle Zeit und Steuergeld.
Für die Freien Demokraten steht deshalb fest: Berlin braucht weniger Bürokratie und mehr Entscheidungsfreude. Nur mit schlanken Verfahren, ausreichenden Kapazitäten in der Verwaltung und einer vorausschauenden Stadtentwicklung lassen sich die Wohnungsprobleme unseres Bezirks nachhaltig lösen.
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