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Hohe Zahl defekter Notbrunnen nicht hinnehmbar

In der letzten Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Steglitz-Zehlendorf am 21. Januar erkundigte sich die Fraktionsvorsitzende der FDP, Mathia Specht-Habbel, nach dem Zustand der Notbrunnen im Bezirk. Das ernüchternde Ergebnis: Noch immer ist rund die Hälfte der Anlagen nicht funktionsfähig.
Bereits im Mai 2025 berichtete die Berliner Morgenpost, dass mehr als 60 Prozent der Notbrunnen in Steglitz-Zehlendorf defekt seien – ein berlinweiter Negativrekord. Nicht nutzbare Brunnen sind mit Ketten und Schlössern gesichert. Vor dem Hintergrund des linksterroristischen Angriffs auf das Berliner Stromnetz am 3. Januar und der damit verbundenen Risiken für die kritische Infrastruktur wollte Specht-Habbel wissen, welche Fortschritte seitdem erzielt wurden.

Nach Angaben des Bezirksamts existieren im Bezirk mit Stand 31. Dezember 2025 insgesamt 215 sogenannte Schwengelpumpen. Davon sind lediglich 111 ganzjährig betriebsbereit. Ein bemerkenswerter Hinweis kam vom zuständigen Stadtrat für Ordnung, Umwelt- und Naturschutz, Straßen und Grünflächen, Urban Aykal: Im April 2025 galten noch 136 Notbrunnen als defekt. Zehn dieser Brunnen wurden inzwischen jedoch vollständig entfernt – was die Statistik zwar verbessert, die tatsächliche Versorgungslage jedoch kaum. Bis zum Jahresende 2025 ertüchtigten die Berliner Wasserbetriebe lediglich zehn Notbrunnen. Unterm Strich bedeutet das: Auch nach mehr als einem halben Jahr sind weiterhin über 50 Prozent der Notbrunnen in Steglitz-Zehlendorf nicht einsatzfähig.

„Die anhaltend hohe Zahl defekter Notbrunnen ist nicht hinnehmbar. Notbrunnen sind ein zentraler Bestandteil des Katastrophenschutzes und dürfen nicht jahrelang vernachlässigt werden. Gerade angesichts wachsender Bedrohungen für kritische Infrastruktur muss der Senat die Instandsetzung beschleunigen und ausreichend finanzieren. Vorsorge darf nicht nur auf dem Papier stattfinden – sie muss im Ernstfall funktionieren.“, sagt Specht-Habbel und mahnt deutlich mehr Tempo an. Wer im Ernstfall nicht ausreichend vorsorgen könne, sei auf eine funktionierende öffentliche Notwasserversorgung angewiesen. Die aktuelle Empfehlung für den Bevölkerungsschutz lautet, mindestens zwei Liter Trinkwasser pro Person und Tag zu bevorraten – idealerweise für einen Zeitraum von fünf Tagen. Umso wichtiger ist es, dass die Infrastruktur vor Ort zuverlässig funktioniert.

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