Die FDP-Fraktion bittet die Bezirksverordnetenversammlung (BVV), die Pflege von
Baumscheibenpatenschaften künftig stärker zu würdigen. Wer eine Patenschaft übernimmt, soll auf Wunsch eine Plakette oder ein Schild erhalten, das Name und Dauer des Engagements sichtbar macht. „Diese öffentliche Anerkennung ist mehr als ein Symbol. Sie zeigt: Ehrenamtliches Engagement wird gesehen und wertgeschätzt“, erklärt Katharina Concu, Sprecherin der FDP-Fraktion im Ausschuss für Grünanlagen, Natur und Umwelt und Initiatorin des Antrags.
Doch dabei soll es nicht bleiben. Um die Sauberkeit im Bezirk weiter zu verbessern, soll es zusätzlich
Patenschaften für Parkbänke geben – so hat es die BVV auf Initiative der FDP im Januar beschlossen. Hintergrund ist eine zunehmende Vandalismusproblematik, die hohe Kosten verursacht und erhebliche personelle Ressourcen im Bezirksamt bindet.
Im Ausschuss für Grünflächen, Natur und Umwelt hatte das Amt berichtet, dass zahlreiche Bänke mit demokratiefeindlichen Schmierereien verschandelt würden, die regelmäßig und kurzfristig entfernt werden müssen. Edelstahlbänke seien widerstandsfähiger, aber teuer – ein flächendeckender Austausch sei laut Amt kurzfristig nicht finanzierbar. Zudem seien bei Gartendenkmalen gestalterische Vorgaben zu beachten. „Wer in seiner Nachbarschaft Parkbänke reinigen oder pflegen möchte, sollte das unkompliziert tun können“, so Concu. „Das entlastet die Verwaltung und stärkt zugleich die Identifikation mit dem eigenen Wohnumfeld.“ Hinter diesem Ansatz steht auch ein ordnungspolitischer Gedanke: Die sogenannte Broken-Windows-Theorie besagt, dass sichtbare Verwahrlosung – etwa beschädigte Bänke, Schmierereien oder Müll – das Sicherheitsgefühl mindert und weiteres Fehlverhalten begünstigen kann. Wo öffentliche Räume gepflegt und intakt sind, steigt die Hemmschwelle für Vandalismus.
Die FDP möchte hier die Prävention im Kleinen fördern. „Ein gepflegtes Umfeld stärkt das Sicherheitsgefühl, fördert Respekt gegenüber öffentlichem Eigentum und erhöht die Lebensqualität für alle.“, sagt Concu. Gerade bei der Entfernung demokratiefeindlicher Schmierereien sieht sie zudem einen pädagogischen Ansatz. Durch Kooperationen mit Schulen und Jugendfreizeiteinrichtungen könnten junge Menschen aktiv eingebunden und demokratische Werte gestärkt werden. „Als FDP setzen wir dabei bewusst auf Eigenverantwortung und Vertrauen in die Bürgerinnen und Bürger, denn Staat und Verwaltung können nicht alles allein leisten. Aber sie können Engagement ermöglichen, bürokratische Hürden abbauen und Anerkennung schaffen. Ein sauberer, einladender öffentlicher Raum ist keine Selbstverständlichkeit. Er ist das Ergebnis gemeinsamer Verantwortung.“