Umbenennen oder einordnen?
9. September 2026
Pressemitteilung

 

FDP-Fraktion kritisiert:

Verzögerungen beim Neubau der ISS am Ostpreußendamm

In der außerordentlichen Sitzung des Schulausschusses der BVV Steglitz-Zehlendorf am 10. September 2026 berichtete das Schulamt über den Stand der geplanten Integrierten Sekundarschule (ISS) am Ostpreußendamm. Der dringend benötigte Schulneubau soll eigentlich zum Schuljahr 2028/2029 fertiggestellt werden und dann die zwei siebten Klassen der Max-von-Laue-Schule aufnehmen, die mangels Schulplätzen unter kaum zumutbaren Bedingungen ans Louise-Schroeder-OSZ ausgelagert werden mussten. Doch bereits jetzt geht das Schulamt von Verzögerungen des Schulbauprojekts von mindestens einem halben Jahr aus. Grund sind insbesondere die von der Obersten Naturschutzbehörde des Landes Berlin geforderten Artenschutzvorgaben, aufgrund derer zunächst sechs auf dem Gebiet der neuen Schule nistende Brutpaare der Mönchsgrasmücke (eine Singvogelart) umgesiedelt werden mussten. Für die Umsiedlung muss der Bezirk Brut-Areale von 2.000 Quadratmetern je Brutpaar vorhalten und über mehrere Jahrzehnte unterhalten, wie das Amt berichtete.
Zu den entstandenen Verzögerungen des Schulneubaus erklärt der schulpolitische Sprecher der FDP-Fraktion Søren Grawert:

"Wenn der Brutplatz für sechs Singvögel wichtiger ist als der Schulplatz für 625 Schüler, fliegt uns bald nicht nur die Mönchsgrasmücke, sondern das ganze Bildungssystem um die Ohren. Dass sich ein dringend benötigter Schulneubau aufgrund der Umsiedlung von drei Vogelbrutpaaren monatelang verzögert, während zwei notdürftig ausgelagerte siebte Klassen händeringend auf eine neue Schule warten, zeigt die völlig aus den Fugen geratene Prioritätensetzung im Land Berlin. Die Artenschutzvorgaben müssen endlich an die Realität angepasst werden. Über 12.600 Schulplätze werden nach Erwartungen der Schulverwaltung bis Ende des Jahrzehnts in ganz Berlin fehlen. Jede Verzögerung des Schulneubaus bedeutet neue Zumutungen für Schüler, Lehrer und Eltern. Wir brauchen Tempo und Pragmatismus statt überzogener Maßgaben, damit jedes Kind wieder in einem bestmöglichen Umfeld lernen kann."