Werkstatt ohne Weitsicht
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20. Februar 2026
Pressemitteilung

 

Werkstatt ohne Weitsicht

FDP-Fraktion fordert ganzheitliches Verkehrskonzept

Anwohner im Schönow-Kiez berichten seit Jahren von einem Verkehrschaos, von wiederholter Verkehrsgefährdung und häufigen Schäden an ihren auf der Straße abgestellten Fahrzeugen. Gut, dass das Amt nun zu einer Werkstatt einlud, um Lösungen zu formulieren. Schade, dass dabei der Vorschlag der FDP-Fraktion komplett unterging, eine Umfahrung zu prüfen. Die BVV hatte dies bereits im Februar 2024 beschlossen.
„Die vom Amt aufgezeigte Maßnahme löst aus unserer Sicht das Problem nur halbherzig. Nach dem Motto, jede Veränderung ist besser als der Ist-Zustand, soll eine kurze Einbahnstraßenregelung, gepaart mit ein paar Abbiegeverboten und eine andere Parkregelung die Durchgangsströme spürbar eindämmen. Die Grundfrage, wie die Verkehre alternativ zwischen dem südlichen Teltower- und dem Zehlendorfer Damm geführt werden sollen, bleibt unbeantwortet.“, beschreibt die Fraktionsvorsitzende Mathia Specht-Habbel ernüchtert den Lösungsansatz des Amtes.

Es ist zu befürchten, dass durch die geplante Einbahnstraßenregelung der Straßenzug Leo-Baeck-, Gutzmannstraße aus der Fahrrichtung Teltower Damm sogar attraktiver als derzeit wird. Auch sei zu erwarten, dass die Durchfahrtgeschwindigkeit aufgrund der dann vorgegebenen Fahrtrichtung mit keinem oder weniger Gegenverkehr zunehme. Die Zufahrt in den Kiez müsse selbstverständlich für Versorgungsfahrzeuge, RTWs zum Behringkrankenhaus und nicht zuletzt die Anwohnenden erhalten bleiben. Aber: auch die Elterntaxis zu Schulbeginn werden sich nicht in Luft auflösen. „Der Kiez wird nicht entlastet, sondern nur anders belastet. Eine Entlastung kann nur über eine großräumige Umfahrung erfolgen.“, sagt Specht-Habbel.

Ein Ausbau des Kleinmachnower Wegs könnte dabei die Lösung sein, auch wenn die Umsetzung eine gewisse Herausforderung darstellt. Aber gekoppelt mit einer Verlängerung der Sachtlebenstraße nach Teltow, wäre der Schönow-Kiez - nördlich, wie südlich des Nieritzweg - endlich wieder eine attraktive Wohngegend im Süden von Zehlendorf.

Eine weniger aufwändige Verkehrsberuhigung ließe sich über eine Fahrradstraße in Buschgrabenweg, Gutzmannstraße, Leo-Baeck-Straße, Jänickestraße und Hämerlingweg als Verbindung zur Ludwigsfelder Straße herstellen. Der Durchgangsverkehr südlicher Teltower Damm, Zehlendorfer Damm müsste dann jedoch vom zu ertüchtigten Nieritzweg aufgenommen werden. „Vor dem Hintergrund der Interessen der unterschiedlichen Anwohnergruppen, die vor allem nach dem Sankt Florians-Prinzip argumentieren, ist dies eine Herausforderung. Aber die Verkehre werden sich nicht auflösen, eine tatsächliche Verlagerung auf andere Verkehrsträger ist in diesem Umfeld eine Illusion.“, meint Specht-Habbel. Eine wirksame Veränderung werde es nicht im Klein-Klein geben. Um die Gesamtlage zu lösen, braucht es mehr Mut für einen großen Wurf.

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