Bezirk auf verkehrspolitischen Irrwegen
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Zehlendorfs Mitte braucht umfassendes Verkehrskonzept

Sie eine der umsatzstärksten Straßen des Bezirks, gesellschaftlicher Mittelpunkt für die Menschen in Zehlendorf und den Umlandgemeinden. Beste Voraussetzungen für Zehlendorf Mitte, die die Freien Demokraten endlich richtig nutzen wollen.
Tagtäglich drängeln sich Autofahrer, BVG-Busse und Radfahrer entlang des Teltower Damms, bald könnte das Chaos noch stärker werden. Schon lange ist bekannt, dass die in die Jahre gekommene S-Bahnbrücke über den Teltower Damm erneuert werden muss. Zugleich legte der Senat den zweiten Bahn-Zugang vom Postplatz bis zur Machnower Straße auf Eis. Baubeginn: ungewiss.

„Bezirk und Senat haben weder kurz- noch langfristig Konzepte für die Mitte“, mahnt Rolf Breidenbach, Fachsprecher für Stadtplanung der BVV-Fraktion. „Zehlendorf braucht jetzt den zusätzlichen Fußgängertunnel, noch bevor die Brückenarbeiten beginnen – sonst droht ein Verkehrskollaps“. Profitieren könnte davon unter anderem auch der große Wochenmarkt an der Martin-Buber-Straße, für den sich die FDP erfolgreich ausgesprochen hatte.

Die Freien Demokraten in der BVV setzen sich schon lange dafür ein, den Teltower Damm ausgehend vom Bahnhof weiterzuentwickeln. „Der jahrzehntelange Stillstand muss überwunden werden“, fordert Fraktionschef Kay Heinz Ehrhardt. „Die Ideen sind da, man muss nur den Mut zur Umsetzung haben.“ Bislang prüft der Bezirk allein, entlang der Zehlendorfer Aue Parkplätze zu entfernen, um eine zusätzliche Fahrspur zu bauen – zu Lasten von Anwohnern und Gewerbetreibenden. Ein Angebot angehender Stadtplaner zur gemeinsamen Entwicklung des Subzentrums lehnte man aus Personal- und Kostengründen ab. Ehrhardt: „So setzt man keine Impulse für den Bezirk und treibt die Bürger in die Schloßstraße“.

Entscheidend ist für die FDP auch, den Bahnhof zu modernisieren und für Pendler weiter zu entwickeln. Der Bau eines weiteren dringend notwendigen Zugangs bietet auch die Chance für eine Verbesserung der Regionalbahnanbindung. Die Deutsche Bahn erklärte in der Vergangenheit, dass zwischen Wannsee und Steglitz eine Regionalbahn verkehren und kurzfristig auch in Zehlendorf halten könnte. Die Kosten bezifferte der Konzern auf einen geringen einstelligen Millionenbetrag, um den Betrieb von Potsdam bis zum Rathaus Steglitz zu ermöglichen.

Der Bezirk darf solche Möglichkeiten nicht verschlafen und muss jetzt aktiv werden, um die Verkehrsfragen zwischen Steglitz-Zehlendorf und den angrenzenden Gemeinden zu-kunftsorientiert anzugehen. Rolf Breidenbach: „Deshalb muss auch an die geforderte Wiederinbetriebnahme der Stammbahn in Richtung Kleinmachnow gedacht werden“.